Werdegang


Mehr als 40 Jahre Erfahrung ...


Aufgewachsen in einem kreativen Mehrgenerationenhaus im nördlichen Münsterland mit u.a. mehreren Schneiderinnen lag das Nähen, Handarbeiten und Selbermachen irgendwie im Blut. Schon als Kind fing ich an, meine Kleidung nach eigenen Entwürfen zu gestalten.

Um die Zeit zwischen dem Abitur 1979 und meinem Lehrbeginn sinnvoll zu nutzen, machte ich ein 6 Mon. Praktikum in der Kostümabteilung der Städt. Bühnen Münster. Im Frühjahr 1980 konnte ich meine Ausbildung im renommierten Modeatelier Hildegard Lodde in Münster beginnen und nach einer verkürzten Lehrzeit im Sommer 1982 erfolgreich abschließen.

Geprägt durch ein christlich-soziales Elternhaus, in dem auch ehrenamtliches Engagement immer einen hohen Stellenwert hatte, begann ich nach der Lehre ein Studium für das Lehramt an Berufsschulen in Hannover.  Parallel dazu jobbte ich in mehreren Schneiderateliers in meinem erlernten Beruf, und sammelte die nötigen Gesellenjahre zusammen. Da ich  mit meinem Gesellenstück schließlich Bundessiegerin im Damenschneiderhandwerk  wurde, schenkte mir die Handwerkskammer 1 Gesellenjahr, so dass ich mich vorzeitig zum Meisterkurs anmelden konnte. Meine Meisterprüfung machte ich Anfang 1986 in Düsseldorf.

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Brautkleid selbst genäht – für uns ein gutes Omen!

Durch meine Heirat war ich schon vor 1984 nach Oelde umgezogen. Von hier aus war dann auch der zeitliche Aufwand, zur neuen Arbeitsstelle nach Detmold zu fahren überschaubar. Hier bekam ich die Chance im Berufsausbildungszentrum des SOS-Kinderdorfvereins als stellvertretende Werkstattleiterin die neu gegründete Schneiderwerkstatt einzurichten und 12 Lehrlinge auszubilden. Im berufsschulbegleitenden Förderunterricht konnte ich mein Studium wieder verwerten. Auch zwischen den Geburten unserer Söhne 1987 und 1989 gab man mir die Möglichkeit dort in Teilzeit weiter zu arbeiten.

Ehrenamtliches Engagement in Gemeinde, Kindergarten, Schule und bes. in der kfd (Kath. Frauengemeinschaft Deutschland) boten mir in der Zeit als Familienfrau viele Möglichkeiten, mich weiter zu entwickeln.

Als die Kinder beide zur Schule gingen und meine Zeit zunehmend planbarer wurde, wagte ich 1995 den Schritt in die Selbstständigkeit.

Seitdem  ergaben sich rund um die Arbeit als Maßschneidermeisterin zahlreiche interessante zusätzliche Tätigkeitsfelder, in denen ich meine Kreativität und die Vielfältigkeit unseres Berufes ausleben konnte.

Mehrmals im Jahr ermögliche ich Schulpraktikantinnen einen Einblick in den Schneiderberuf.

Seit ihrem 75. Jubiläumsjahr im Jahr 2000 bin ich als Kostümbildnerin und Gewandmeisterin an der „Burgbühne Stromberg“ tätig, einer Freilichtbühne mit jährlich 3 Inszenierungen.

Seit 2004 leite ich am Gymnasium Johanneum Wadersloh einmal wöchentlich die AG „Mode und mehr“.

2005 änderte sich für ca. 1,5Jahre meine Betriebsadresse mit einem Ladenlokal in der Innenstadt von Oelde. Da sich dieses Konzept aber nicht bewährte, habe ich seitdem mein Atelier wieder im eigenen Haus.

Mit meinen Entwürfen beteilige ich mich regelmäßig an Modenschauen und Wettbewerben im Bundesverband der Maßschneider. Dort bekam ich 2006 in Fulda eine Silberne und zwei Bronzene Medaillen für herausragendes modisches Schaffen.

Durch meine jahrelange ehrenamtliche Referentinnen Tätigkeit in der kfd zum Thema „Kampagne für saubere Kleidung“, ergab sich 2007 die Entwicklung des Recyclingprojektes „Adam für Eva“. Für die Umsetzung der Ideen zum Thema „Schöpfungsverantwortung“ entwarf ich eine Kollektion aus 22 Teilen.

Seit 2008 bilde ich in meinem Betrieb wieder aus, wobei es mir ein Anliegen ist, alleinerziehenden Müttern mit Kindern eine Teilzeitausbildung zu ermöglichen.

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Elegantes Frack-Ensemble aus Baumwollsatin und Streifencloqué, die Frackschöße können an verdeckt eingearbeitetem Reißverschluß abgenommen werden.

2010 fuhr ich mit meiner Auszubildenden Nora Vogt nach Bad Homburg zum Bundeskongress der Maßschneider und erlangte eine Silbermedaille. Meine Auszubildende hatte mit ihrem Avantgardemodell ebenfalls ausgezeichneten Erfolg. Auch auf der Bundesgartenschau 2011 in Koblenz wurde mein Modell mit dem Buga-Cup gekürt.

Im Zuge der Neustrukturierung der Innung Modeschaffendes Handwerk Steinfurt-Warendorf wurde ich 2011 zur Stellvertretenden Obermeisterin gewählt.

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3-teiliges besticktes Doupionseiden-Ensemble im New-Look-Stil. Bronzemedaille beim Bundeskongress der Maßschneiderinnung 2012

Die Teilnahme an der Modenschau auf dem  Internationalen Maßschneiderkongress 2012 in Bad Wörishofen wurde mit zwei Bronzenen Medaillen belohnt.

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Abendkleid aus Baumwollsamt und Moiré mit passendem Cape. Bronzmedaille beim Bundeskongress der Maßschneiderinnung 2012.





















Inzwischen gibt es für „Adam für Eva“ eine zweite Kollektion, die in meinem Betrieb produziert wird. So werden sich sicher noch viele Möglichkeiten eröffnen, weil mein Beruf für mich Berufung ist!


 

Denn: Passionierte Schneiderinnen sind süchtig!
Sie brauchen jeden Tag Stoff, denn sie hängen an der Nadel!


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